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Französisches Atomkraftwerk Cattenom

Foto: Georges Schneider / picture alliance

Neue Atomkraftwerke,längere Laufzeit: Frankreich plant mit mehr Atomenergie. Die Produktion von Atomstrom soll bis 2030 erhöht werden,kündigte Frankreichs Premier Sébastien Lecornu bei der Vorstellung der Strategie zur Energieversorgung des Landes an. Der Anteil fossiler Energiequellen soll von 58 Prozent im Jahr 2023 auf 40 Prozent bis 2030 sinken.

Der Energieplan unterstreicht den von Präsident Emmanuel Macron 2022 angekündigten Ausbau der Atomkraft. Atomstrom deckt etwa zwei Drittel der französischen Elektrizitätsversorgung ab,das Land ist nach den USA und China der drittgrößte Atomstromproduzent und exportiert ihn unter anderem auch nach Deutschland.

Über die Neuauflage von Frankreichs Energiestrategie war drei Jahre verhandelt worden. Konservative und Rechte wollen im Wesentlichen auf Kernkraft setzen und halten nicht viel von Investitionen in erneuerbare Energien,wie sie aus dem linken und grünen Lager gefordert werden. Im Juni hatte die Nationalversammlung mit den Stimmen der Rechten und Rechtspopulisten überraschend einen vorläufigen Baustopp für neue Wind- und Solaranlagen verabschiedet – später wurde dies jedoch wieder gekippt.

Die Strategie sieht nun vor,sechs neue Atomreaktoren zu bauen. Sie sollen in bestehende Kraftwerke integriert werden,der erste Reaktor soll in Penly am Ärmelkanal 2038 in Betrieb genommen werden. Zudem gibt es eine Option,acht weitere zu bauen.

Um alle 57 bestehenden Kernreaktoren am Netz zu halten,wird die Laufzeit teilweise auf 50 oder 60 Jahre verlängert. So soll kein älterer Reaktor stillgelegt werden. Das war im vorherigen Plan noch vorgesehen.

Der Atomkraftbetreiber EDF hatte im Dezember angekündigt,dass der Bau der sechs geplanten Atomreaktoren um etwa 40 Prozent teurer würde als vorgesehen. EDF rechnet demnach mit Kosten in Höhe von knapp 73 Milliarden Euro. EDF und der Staat wollen sich bis Ende März auf einen gemeinsamen Kostenplan einigen. Wenn Brüssel grünes Licht gibt,soll die endgültige Investitionsentscheidung Ende 2026 fallen.

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Der vorherige Energieplan,der die Zeit von 2019 bis 2024 umfasste,sah ursprünglich vor,den Anteil der Atomkraft herunterzufahren. Dazu sollten 14 Reaktoren geschlossen werden.

Pfusch am Reaktor,ausufernde Kosten: Der französische Atomkonzern EDF fällt seit Jahren durch Misswirtschaft auf. Nun kündigt sich das nächste Milliardenfiasko an – doch das staatliche Unternehmen bleibt unantastbar. Lesen Sie hier: »Der französische Atom-Flop«

jml/dpa/AFP
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